Hitzeschutz-Forum Hammerbrook: Gemeinsam Hitzeschutz in Unternehmen voranbringen
I kommunales
Zunehmende Hitzeperioden stellen Unternehmen und Bürostandorte vor neue Herausforderungen. Hohe Temperaturen beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden, sondern können auch Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Sicherheit von Mitarbeitenden beeinflussen.
Die Relevanz des Themas wächst: Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet seit mehreren Jahren von einer deutlich erhöhten hitzebedingten Sterblichkeit während ausgeprägter Hitzeperioden. Gleichzeitig weisen Arbeitsschutz- und Umweltbehörden darauf hin, dass hohe Temperaturen die Konzentration und Leistungsfähigkeit von Beschäftigten beeinträchtigen und Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz erhöhen können. Kommunen und Unternehmen stehen daher zunehmend vor der Aufgabe, Hitzeschutz systematisch in ihre Planungen und Abläufe zu integrieren.
Besonders Gebäude mit großen Fensterflächen, hoher Sonneneinstrahlung, intensiver Nutzung oder hohen internen Wärmelasten sind von Überhitzung betroffen.
Doch wie können Kommunen und lokale Akteur:innen Unternehmen dabei unterstützen, sich auf zunehmende Hitze vorzubereiten? Das Hitzeschutz-Forum Hammerbrook zeigt, wie aus Austausch, Praxiswissen und konkreten Werkzeugen umsetzbare Lösungen entstehen können.
Warum Hitzeschutz-Foren?
Kommunen haben eine wichtige Schnittstellenfunktion: Sie können Wissen bündeln, lokale Akteur:innen zusammenbringen und Unternehmen dabei unterstützen, Klimaanpassung konkret anzugehen. Gerade beim Hitzeschutz sind die Herausforderungen vielfältig, von der Gesundheitsvorsorge über Gebäudetechnik und Begrünung bis hin zu organisatorischen Maßnahmen.
Das am 01. Juli 2026 durchgeführte Hitzeschutz-Forum Hammerbrook brachte deshalb Eigentümer:innen und Mieter:innen von Bürostandorten mit unterschiedlichen Fachakteur:innen zusammen. Mit dabei waren KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V., Averdung Ingenieure & Berater GmbH, der Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG), die Hamburger Energielotsen und die UmweltPartnerschaft Hamburg.
Der Austausch zeigt: Hitzeschutz lässt sich nicht mit einer einzelnen Maßnahme lösen. Entscheidend ist, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und Unternehmen konkrete Möglichkeiten für den eigenen Standort aufzuzeigen.
Von der Information zur Umsetzung: Der Musterhitzeschutzplan
Ein wichtiger Baustein des Forums ist der von ZEBAU GmbH im Auftrag des Bezirksamts Hamburg-Mitte entwickelte Musterhitzeschutzplan. Er dient als praktische Handreichung für Unternehmen und unterstützt sie dabei, einen eigenen, standortspezifischen Hitzeschutzplan zu entwickeln.
Der Musterplan strukturiert zentrale Handlungsfelder und macht sichtbar, an welchen Stellen Unternehmen ansetzen können, beispielsweise bei Sonnenschutz, Gebäudetechnik, Begrünung, Arbeitsorganisation und Gesundheitsvorsorge. Damit wird aus dem abstrakten Thema Hitzeschutz ein konkreter Fahrplan für den eigenen Standort.
Gerade solche Musterlösungen können auch für andere Einrichtungen und Kommunen interessant sein: Sie schaffen einen niedrigschwelligen Einstieg, können an lokale Gegebenheiten angepasst werden und erleichtern es Unternehmen, erste Maßnahmen zu identifizieren und umzusetzen.
Was können Kommunen tun?
Kommunen müssen nicht für jedes Unternehmen individuelle Lösungen entwickeln. Vielmehr können sie Rahmenbedingungen schaffen, Wissen vermitteln und geeignete Akteur:innen miteinander vernetzen. Dazu gehören beispielsweise:
- Praxisorientierte Informationsangebote für Unternehmen und Immobilieneigentümer:innen schaffen
- Foren und Netzwerkveranstaltungen organisieren, die verschiedene Fachperspektiven zusammenbringen
- Musterpläne und Checklisten als konkrete Einstiegshilfen bereitstellen
- Unternehmen auf Fördermöglichkeiten und Beratungsangebote aufmerksam machen
- lokale Beispiele und gute Lösungen sichtbar machen
- Hitzeschutz mit bestehenden Angeboten zu Energieberatung, Gebäudemodernisierung und Gesundheitsvorsorge verknüpfen
So können Kommunen Unternehmen unterstützen, ohne ihnen ein einheitliches Maßnahmenpaket vorzugeben. Stattdessen entsteht ein Werkzeugkasten, aus dem passende Lösungen für den jeweiligen Standort entwickelt werden können.
ZEBAU: Hitzeschutz gemeinsam in die Umsetzung bringen
Die ZEBAU GmbH unterstützt Kommunen, Unternehmen und weitere Akteur:innen dabei, Hitzeschutz bzw. Klimaanpassung praxisnah und vor Ort umzusetzen. Dazu gehören unter anderem die Konzeption und Durchführung von Fach- und Netzwerkveranstaltungen, die Entwicklung von Musterplänen und Handreichungen, die Aufbereitung von Fachwissen sowie die Beratung und Begleitung von Klimaanpassungsprozessen.
Das Hitzeschutz-Forum Hammerbrook zeigt dabei exemplarisch, wie ein solcher Ansatz funktionieren kann: Fachwissen zusammenbringen, konkrete Werkzeuge entwickeln und Akteur:innen vor Ort zum Handeln befähigen.
Denn gerade beim Hitzeschutz gilt: Nicht jede Kommune und nicht jedes Unternehmen braucht die gleiche Lösung. Entscheidend ist, gute Strukturen und praktische Hilfestellungen zu schaffen, die an die jeweiligen örtlichen Bedingungen angepasst werden können.
Mehr zum Hitzeschutz-Forum Hammerbrook und zum Download des Musterhitzeschutzplans: Hitzeschutzforum – ZEBAU
Quellen:
- Robert Koch Institut: Hitze und Gesundheit RKI – Hitze und Gesund.heit
- Robert Koch Institut: Wochenbericht Hitze und Übersterblichkeit (13.08.2026): RKI – Hitze und Gesundheit – Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität
- Studie Alllianz (2026): Hitzebedingte Minderung der Leistungsfähigkeit: https://www.allianz-trade.de/presse/pressemitteilungen/extreme-hitze-kostet-deutschland-milliarden-und-laehmt-wirtschaftswachstum.html
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung: Hitze am Arbeitsplatz: DGUV – Prävention – Klimawandel – Hitze und Trockenheit
- Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Klimawandel rückt zentrale Themen des Arbeitsschutzes in den Fokus: BAuA – Klimawandel und Arbeitsschutz – Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
- KLUG e.V. Musterhitzeschutzpläne: Musterhitzeschutzpläne | hitze.info
