Stadt im Klimawandel: Deutsche KlimaManagementTagung 2026 in Hamburg
I aus Hamburg
Vom 23. bis 25.09.2026 fanden der Extremwetterkongress 2026 und die Deutsche KlimaManangementTagung in der HafenCityUniversität Hamburg statt. Die über 40 Sessions hatten mit über 1000 Besucher:innen reichlichen Zuspruch. Und was die Klimaexpert:innen in den ersten beiden Tagen an Erkenntnissen zum laufenden Klimawandel vorstellten, diskutierten anschließend die Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zur Transformation und Klimaanpassung.
„Wege zur Lösung“ hieß das Panel am 26.09., in dem Peter-M. Friemert das Dilemma in den deutschen Städten und Kommunen beschrieb. Während sich bereits 32 Mrd. € an kommunalen Schulden aufhäufen, verabschieden sich infolgedessen immer mehr Städte von den selbst gesetzten Klimazielen: Mannheim, Jena, Bottrop, Schwerin, Köln u. a. – die Liste ist lang der Orte, wo die kommunalen Pflichten zum Kita-Bau, für Abwasser oder Straßenbau kaum noch Raum für Klimathemen lassen und allenfalls noch das Jahr 2045 für die Klimaneutralität in Aussicht gestellt wird.
Aber wie kann eine notwendige Klimaanpassung nun gefördert werden? Während Freiburg, Münster oder Leipzig die Klimaanpassung institutionell in der kommunalen Verwaltung integrierten, haben Füssen (Umlage bei der Gewerbesteuer) und Fulda (Zuschlag bei den Müllgebühren) erste Wege einer Kostendeckung probiert. Und Projektfinanzierungen über den Bund (Hannover) oder die EU (Heidelberg) schaffen Planstellen mit 3-Jahres-Perspektive, die dann hoffentlich im weiteren Kommunalen Stellenplan übernommen werden.
Peter-M. Friemert beklagte, dass der Bund bislang keine federführende Zuständigkeit zwischen den Ressorts wirksam abgestimmt habe. Zu wenig passiere noch zwischen BMUKN, BMWSB und BMWE, um z. B. mit Bundesförderung die kommunalen Initiativen für die Klimaanpassung im Gebäudebereich zu unterstützen.
Jones Lang LaSalle ermittelte, dass nur 28 % der Investoren und Hauseigentümer:innen das Extremwetterrisiko bewusst seien (aber immerhin bei 85 % der Klimaschutzmanger:innen). So konnte Peter-M. Friemert dem vollen Saal mit den KFA-Beratungen der Hamburger Energielotsen zumindest ein erfolgreiches Praxisbeispiel präsentieren, wo Information und Beratung aktiv auf die Stadtgesellschaft einwirken. Es bleibt zu hoffen, dass andere deutsche Kommunen dem Beispiel folgen und die Stadt im Klimawandel begleiten.
Ein besonderer Dank gilt Frank Böttcher und seinem engagierten Team für die Kongress-Initiative und der fantastischen Expertise zu den Grundlagen des aktuellen Klimawandels. Mögen sich beide Konferenzblöcke in den Folgejahren weiter verstetigen.
