Kampagne "Prima Klima-Anlage" der IBA Hamburg
Die IBA Hamburg GmbH plant im Rahmen ihres Schwerpunktes „Stadt im Klimawandel“ das „Klimaschutzkonzept erneuerbares Wilhelmsburg“ durchzuführen. Das grundlegende Ziel des Projektes ist die schrittweise Umstellung Wilhelmsburgs und der Veddel – als Pilotstadtteile für Hamburg – auf eine CO2-neutrale, möglichst 100%ige regenerative Energieversorgung.
Rund ein Viertel des gesamten Energiebedarfs in Deutschland geht auf das Konto der privaten Haushalte. Bis zu 90 Prozent davon entfallen auf die Wärmeversorgung von Gebäuden älteren Datums. Es ist ohne große Probleme technisch und wirtschaftlich möglich, den Energiebedarf eines durchschnittlichen Bestandsgebäudes um 50 bis 75 Prozent auf das Niveau eines Neubaus zu reduzieren. Rein technisch ist auch eine Reduktion um 90 Prozent auf den Standard eines Niedrigenergiehauses möglich.
Um auf die Möglichkeiten der energetischen Modernisierung hinzuweisen, die Potenziale zu bestimmen und vorbildliche Sanierungsprojekte zu generieren, hat die ZEBAU für die IBA Hamburg GmbH das Konzept für die Kampagne „Prima Klima-Anlage“ entwickelt. Gemäß dem Arbeitstitel „100 Energiepässe für die Elbinsel“ sieht die Kampagne die Förderung von 100 Hamburger Energiepässen „IBA-Exzellenz“ mit dem speziellen „IBA-Exzellenz-Sanierungsstandard“ als Einsteiger-Angebot vor. Darauf aufbauend sollen als Premium-Angebot 20 beispielhafte, ambitionierte Sanierungsvorhaben realisiert und im Rahmen der IBA Hamburg 2013 präsentiert werden.
Die ZEBAU hat neben der Konzeptentwicklung auch die Umsetzung der Kampagne mit Start am 20. Januar 2009 übernommen. Sowohl die inhaltliche Entwicklung aller Kriterien, die Bereitstellung der Informationsmaterialien und Abläufe als auch die Organisation der Veranstaltungen, Beratungstermine und eines Infotelefons lagen in den Händen der ZEBAU.
Zwischenzeitlich haben sich bis zum Sommer 2009 60 Gebäudeeigentümer um die Ausstellung eines Hamburger Energiepasses „IBA-Exzellenz“ auf Grundlage der sieben Kriterien des „IBA-Exzellenz-Sanierungsstandards“ beworben – vom Einfamilienhaus in Kirchdorf zum denkmalgeschützten Wohngebäude auf der Veddel, von einer denkmalgeschützten ehemaligen Schule in Moorwerder bis zu Wohnpontons auf dem Reiherstieg. Als besondere Sonderleistung wurde bei einer rechtzeitigen Bewerbung in den Wintermonaten von jedem Gebäude eine Thermografieaufnahme zur Visualisierung der größten Energieverluste erstellt. Anschließend ermittelte eines von fünf ausgewählten Energiepassbüros die optimalen Einsparpotenziale bei Umsetzung des „IBA-Exzellenz-Standards“ an Hand des seit Jahren eingeführten Verfahrens des Hamburger Energiepasses. Die Erstellung des Hamburger Energiepasses wurde durch einen speziellen Förderanteil der IBA unterstützt.
Die Komponenten des „IBA-Exzellenz-Standards“ sind dabei die Dämmung von Dach, Außenwand und Grund und der Austausch der Fenster in einer Qualität nahe des Passivhausstandards, der Einsatz einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die Heiz- und Warmwasserversorgung mit überwiegend Erneuerbaren Energien sowie der Einsatz von Photovoltaik zur Stromerzeugung.
Die ersten Energiepässe und untersuchten Gebäude zeigen, dass Energieeinsparungen bis zu 90 Prozent realistisch und finanzierbar sind, eine hocheffiziente Sanierung unter bestimmten Vorraussetzungen und unter Nutzung aller Fördermöglichkeiten sogar wirtschaftlicher sein kann als eine Standardsanierung. Einschränkungen ergeben sich dabei besonders bei der Realisierung von Dämmmaßnahmen an denkmalgeschützten oder erhaltenswerten Fassaden, der Dämmung des Grundes oder der Decken zu niedriger Kellern sowie bei der Nutzung von Solarthermie bei ungünstigen Dachausrichtungen.
In den folgenden Monaten wird angestrebt, möglichst viele Sanierungen auf einem Exzellenz-Niveau umzusetzen. Die Konzeptermittlung geschieht durch die Erstellung eines zweiten Hamburger Energiepasses nach den spezifischen technischen und gestalterischen Wünschen und finanziellen Möglichkeiten des Bauherrn. Die Realisierung wird durch Zuschüsse der IBA unterstützt. Diese gliedern sich in flächenabhängige Zuschüsse für die Bauteilsanierung sowie Pauschalen für den Einbau einer Lüftungsanlage, neuer Heizungstechnik sowie Photovoltaik. Die Planung und Umsetzung wird als Pilotprojekt von einer Qualitätssicherung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt begleitet.









