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22.5.2012 : 0:18 : +0200

"Architekturpreis 2010 Passivhaus" für Neubauten in Hamburg verliehen
 
Hamburg, 2. Juni 2010 - Am 29.5.2010 wurden in Dresden die Preisträger des Architekturpreises 2010 Passivhaus ausgezeichnet. Der internationale Wettbewerb des Passivhaus Instituts stand unter der Schirmherrschaft von Bundesbauminister Peter Ramsauer. Der Wettbewerb zeichnete Gebäude unterschiedlichster Funktion aus, die architektonische Qualität mit hoher Energieeffizienz verbinden.


Sechzig Projekte wurden für den Wettbewerb eingereicht. Davon waren rund zwei Drittel Ein- und Zweifamilienhäuser, aber auch Schulen, Kindertagesstätten und Bürogebäude waren darunter. Beiträge aus Japan, China, USA, Polen, Schweiz, Ungarn, Italien, Dänemark, Österreich und Deutschland wurden eingereicht.

Jan Mücke, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesbauminister, überreichte die vom BMVBS gestifteten Sonderpreise. Ein mit 3.000 Euro dotierter Sonderpreis für Geschosswohnungsbau ging an das Architekturbüro Huke-Schubert-Berge Architekten, Hamburg, für zwei Neubauten in Hamburg-Ottensen. Ein weiterer Sonderpreis für Nichtwohngebäude ging an das Architekturbüro D'Inka Scheible Hoffmann Architekten aus Fellbach für ein Turnhallenbaukastensystem für Frankfurter Schulen.

Die achtköpfige Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Wolfgang Feist vom Passivhaus Institut und dem gewählten Vorsitzenden Prof. Dipl.-Ing. Ludwig Rongen vergab den ersten Architekturpreis für zertifizierte Passivhäuser weltweit. Der 1. Preis wurde dem Architekturbüro Halle 58 Architekten GmbH, Bern (Schweiz) für ein Mehrfamilienhaus in Liebefeld überreicht. Den 2. Platz erzielte zum einen das Architekturbüro Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH, Bregenz (Österreich) für den Neubau des Gemeindezentrums St Gerold und zum anderen das Architekturbüro Key Architects, Kamakura (Japan) für den Neubau eines Einfamilienhauses in Kamakura. Für den 3. Platz wurde der Erweiterungsneubau Staatsarchiv Dresden des Architekturbüros Schweger Asscociated Architects gekürt.

Der Wettbewerb trägt dazu bei, das Konzept Passivhaus noch populärer zu machen und den Weg zu einem Nahe-Null-Energiehaus zu ebnen. Der Bau von Passivhäusern wird vom BMVBS im Rahmen des KfW-Programms „Energieeffizient Bauen“ gefördert. Mittlerweile werden rund 40 Prozent aller neu errichteten Wohngebäude in Deutschland aus diesem Programm gefördert und übertreffen damit die gesetzlich vorgeschriebenen Standards. Dadurch sollen jährlich über 4,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden können.

Das erste Passivhaus wurde 1991 in Darmstadt errichtet. Es ist eine konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses. Im Vergleich zum Niedrigenergiehaus benötigt ein Passivhaus 80 Prozent, im Vergleich zu einem konventionellen Gebäude über 90 Prozent weniger Heizenergie. Diese Einsparung erreicht das Passivhaus durch seine beiden Grundprinzipien: Wärmeverluste vermeiden und freie Wärmegewinne optimieren. Der Standard „Passivhaus“ entspricht annähernd dem „Nahe-Null-Energiehaus“, das durch die EU-Richtlinie zur Gebäudeeffizienz ab 2021 für alle Neubauten verbindlich sein wird.

Weitere Informationen unter www.passiv.de.